InEar Monitoring mit dem LD-Systems MEI 100
Um den katastrophalen Klang des neuen Proberaumes meiner Band in den Griff zu kriegen, war es Zeit ein InEar Monitoring anzuschaffen. Wer schonmal auf einer Bühne gespielt hat, hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch schonmal einen Monitor benutzt und weiß, dass die Dinger eigentlich mehr Feedback produzieren, als Klang. Der Monitor ist nie laut genug und trägt man zusätzlich einen Gehörschutz ist auch der Klang oft nicht gerade toll. InEar Monitoring schafft Abhilfe
Wie bei fast jedem musikalischen Equipment sind die Preisklassen hier ziemlich verschieden, von knapp 150 Euro der Billiganbieter bis zu über 1000 Euro. Als billiges Beispiel hier das db Technologies IEM 500 oder das Sennheiser EW 350 IEM Pro 2 als teures Beispiel. Dazwischen gibt es aber noch eine Menge toller Systeme, wie unter anderem das LD-Systems MEI 100, über das ich gleich noch einiges schreiben werde.
Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Menge der Funktionen, die ein drahtloses System hat. Funken können alle, aber gute Systeme können auf verschiedenen wählbaren Frequenzen senden und nicht nur auf einer festen (das ermöglicht eine gute Anpassung an die Umgebung, falls mal eine Frequenz störanfällig sein sollte, oder bereits von einem anderen Gerät genutzt wird). Auch können die "besseren" Geräte im Mono- oder Stereo-Betrieb genutzt werden. Manche ermöglichen das individuelle Mischen des Signals am Bodypack, wodurch mehrere Musiker das Signal eines Gerätes abfangen und sich trotzdem ihre eigene Mischung machen können. Andere Geräte können sogar direkt zwei verschiedene Signale auf verschiedenen Frequenzen senden. Die Liste der möglichen Funktionen ist lang. Im Endeffekt muss man sich überlegen, was man braucht. Ein Stereo-Sender, zum Beispiel, mag zwar toll klingen, wenn man das InEar an die Stereoanlage zuhause anschließt, aber die meisten Musikinstrumente in einem Proberaum werden Mono übertragen, weshalb fast immer auch nur ein Mono-Betrieb des InEars notwendig ist.
Ein weiterer Faktor ist aber auch der Kopfhörer. Denn die Sendestrecke soll ja nur sauber und störungsfrei übertragen. Wie gut der Klang nachher ist, hängt vom Kopfhörer ab. Bassisten und Schlagzeuger werden mit normalen Kopfhörern nicht hinkommen. Denn gerade die tiefen Frequenzen (für den Schlagzeuger die Bassdrum) werden auf gewöhnlichen Earplugs nur sehr schlecht bzw. gar nicht übertragen. Hier muss man also zu Zwei-Wege-Kopfhörern greifen. Das sind Kopfhörer, die in jedem Knopf zwei Lautsprecher haben: einen Tieftöner und einen Hochtöner. Auf diese Weise bekommt man sehr differenzierten Klang und muss nicht auf seine tiefen Frequenzen verzichten. Für Sänger mag das nicht so wichtig sein. Wenn der Sänger aber auch den Bass gut über die Kopfhörer hören möchte, kommt auch er nicht um einen Zwei-Wege-Hörer herum. Ein beliebtes Model ist der Ultimate Ears Super.fi 5 Pro, der für sein Zwei-Wege-System sogar noch relativ günstig ist. Will man jetzt richtig abgehen auf der Bühne, sollte man zusätzlich noch über eine Otoplastik nachdenken. Das sind Abdrücke des Gehörgangs, in die der Kopfhörer eingeschlossen wird, oder die Steckadapter für die Kopfhörer besitzen. Mit einer Otoplastik sitzt der Kopfhörer immer perfekt und man kann sich ganz auf der Bühne gehen lassen :) Beliebte Otoplastiken sind z.B. die Hearsafe Elacin, die einen Adapter für Geräuschfilter besitzen und von daher hauptsächlich als Gehörschutz genutzt werden. Von Hearsafe gibt es einige Kopfhörer Modelle (siehe HS 15-1 etc), die mit den Elacin kompatibel sind, und direkt in die Otoplastik hinein gesteckt werden können. Man bekommt also absolut professionellen Gehörschutz und die Möglichkeit zum angepassten InEar Monitoring in einem. Leider sind die Hearsafe Kopfhörer ziemlich teuer. Die Ultimate Ears Alternativen passen aber leider nicht in die Elacin Otoplastiken. Dafür braucht man Otoplastiken von Fischer Amps. Wer also noch keine Otoplastiken hat, sollte darüber nachdenken, sich direkt welche bei Fischer Amps machen zu lassen. Wer schon im Besitz von Elacin Otoplastiken ist, sollte sich vielleicht die Hearsafe Kopfhörer einmal anschauen... oder das LD-Systems MEI 100 bestellen :)
Das System hat nämlich einen Satz günstiger Kopfhörer dabei, die zufälligerweise perfekt in die Elacin Otoplastiken passen. Und mit perfekt mein ich nicht, dass man die da reinstopfen kann, sondern wirklich perfekt! Die Kopfhörer klicken sogar richtig ein und sitzen bombenfest. Ich habe es zwar nicht getestet, aber bin ziemlich überzeugt, dass selbst die Hearsafe Kopfhörer nicht besser passen. Wer also schnell loslegen will, ist damit perfekt bedient. Leider konnte ich bisher nicht herausfinden, was genau das für Kopfhörer sind. Wer genaueres weiß, kann mir bitte schreiben :) Das würde mich sehr interessieren, denn wenn man die Kopfhörer auch einzeln bekommt, wäre das eine tolle und billige Lösung um die Elacin um einen Satz passender Hörer zu erweitern. Aber zum System an sich:
Das LD-Systems MEI 100 ist eine wirklich kostengünstige InEar Funkstrecke, die aber keine wirklichen Mängel oder Nachteile zu haben scheint, die man bei einem solchen Preis natürlicherweise irgendwie erwartet. Man bekommt eine Sendestrecke mit 160 schaltbaren Frequenzen auf 10 Gruppen verteilt. Das System kann Mono und Stereo genutzt werden und sendet ein Signal, das von beliebig vielen Bodypacks empfangen werden kann. Vertrieben wird das Ganze von der Adam Hall Group (wer also aus Prinzip keine Billigmarken kauft, sollte spätestens jetzt ins Grübeln geraten), und von denen bekommt auch einen Plan (PDF), wie man störungsfrei 8 Geräte gleichzeitig betreiben kann. Außerdem kommt das Gerät in einem stabilen, mit Pyramidenschaumstoff gepolsterten Case und hat direkt ein paar Winkel und ein Kabel für den Einbau in ein 19 Zoll Rack dabei. Der Empfänger inklusive Batterien und die Kopfhörer sind natürlich auch inbegriffen. Auf der Rückseite des Gerätes sind Multistecker, in die man sowohl Klinke als auch XLR stecken kann und die Lautstärke der Ausgabe kann dort nochmal zusätzlich geregelt werden, sowie die Umschaltung von Mono auf Stereo oder umgekehrt. Auf der Frontseite kann die Sendefrequenz eingestellt werden und dort ist noch ein zusätzlicher Kopfhörerausgang, den ein Tontechniker oder Mischer nutzen kann um sich das Sendesignal anzuhören. Die Reichweite des Signals ist auch beeindruckend. Ich habe das System getestet und bin mit den Kopfhörern zum 500 Meter entfernten Bäcker gegangen und habe weder ein Rauschen, noch irgendwelche Störungen hören können. Wahrscheinlich sendet das System noch wesentlich weiter.
Alles in allem also ein rundum tolles System das für die Funktionen, die es besitzt, eine wirklich tolle Qualität bietet und ich allen nur empfehlen kann. Im Anhang findet ihr noch ein paar PDFs zum System, die euch vielleicht einen guten Einstieg in die eigenen Nachforschungen bieten.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| LDMEI100-Frequenztabelle.pdf | 623.56 KB |
| LDMEI100-Handbuch.pdf | 1.68 MB |
| LDMEI100-Konformität.pdf | 197.74 KB |
| Test_Soundcheck_MEI100_03_07.pdf | 874.96 KB |












