Apple iPad
Apple hat mal wieder zugeschlagen. Nach der alten Methode "Wir nehmen uns etwas, das es schon seit 10 Jahren gibt, designen es schick durch und tun das so, als wäre es was ganz neues." hat Apple ein überdimensional großes iPhone entwickelt und nennt es iPad.
Das erste was man sich fragt, wenn man Steve Jobs mit dem iPad in der Hand bei der Pressekonferenz sieht ist, warum der Typ sich seinen Pulli in die Hose steckt ohne wenigstens dabei einen Gürtel zu tragen. Die selbsternannten Designhelden von Apple könnten ja eigentlich auch mal auf sowas achten. Aber das gehört wahrscheinlich zum Geek Image. Lustigerweise ist Image sowieso das Einzige was Apple zu bieten hat. Denn was wirklich "Neues" hat Apple eigentlich schon lange nicht mehr gebracht. Das iPhone war damals bei seiner Ankündigung schon ein zusammengebastelter Haufen von Funktionen, die es allesamt schon seit drei Jahren in den Handys der verschiedensten Hersteller gab. Ehrlich gesagt kann das iPhone heute immer noch viele Sachen nicht, die damals das E70 von Nokia schon konnte.
Jetzt kommen Sie mit dem iPad, einem Tablet PC, der kein PC ist, sondern ein übergroßes iPhone. Angeblich soll das Gerät die Lücke zwischen iPhone und Macbook schließen. Ich frage mich nur, warum es da überhaupt eine Lücke gab. Ok, das iPhone ist in seinen Möglichkeiten sehr beschränkt, aber das ist doch die Schuld des iPhones! Technisch zumindest wäre es doch einfach gewesen, dem Gerät ein paar mehr nützliche Funktionen und dem Benutzer ein paar mehr Freiheiten zu geben (zum Beispiel die Freiheit, selber den Akku wechseln zu können).
Es wird also einfach wieder nur ein weiteres Ding gebaut, was keiner braucht, aber in Kürze jeder haben will. Und das wäre auch alles nicht so schlimm, wenn Apple nicht durch die Art und Weise ihrer Präsentation jegliche schon längst dagewesene Alternative diskreditieren würde. Apple ist der typische Vegetarier, der nicht einfach nur in Ruhe vegetarisch isst, sondern gleichzeitig versucht, alle anderen zu missionieren. Außerdem sind Apple Produkte, genau wie vegetarisches Essen, ziemlich teuer, obwohl nicht viel drin ist.
Auf die Funktionen des iPads will ich gar nicht groß eingehen. Es werden mal wieder alle begeistert sein, dass das iPad Videos und Musik abspielen kann und einen GPS Sensor hat. Dass man in einem guten Tablet-PC aber auch all das hat und zudem noch vernünftig damit arbeiten kann, bleibt außen vor. Nur eine Sache ist mir aufgefallen, bei der ich das dringende Gefühl verspüre, sie zu kommentieren. Auf os-informer.de steht:
"Ein echter Hit ist das NYC-App, auf den ersten Blick denkt man, eine zeitung vor sich zu haben. Gut möglich, dass Apple wirklich wieder eine Revolution startet...diesmal im Print-Segment"
Wer da nicht zwangsläufig an den Amazon Kindle denken muss, der hat nicht aufgepasst. Eine Revolution wird es wahrscheinlich allein schon deswegen nicht, weil die meisten Apple Fanatiker "lesen" uncool finden. Aber mal ganz im Ernst: Es ist ja nicht das erste Mal, das jemand versucht, den Durchbruch des eBooks zu forcieren. Meistens scheitert es daran, dass unsere Augen lieber ein Blatt Papier betrachten als einen leuchtenden Monitor. Der Kindle hat da einen Schritt nach vorne gemacht mit seinem E-Ink-Display. Ich kenne nicht die genauen Zahlen, aber ich finde allein die Tatsache, dass nicht bereits jeder so ein Ding hat, zeigt relativ deutlich, dass damit höchstens noch eine Nische zu füllen ist, aber keine Revolution mehr gestartet werden kann.
Andererseits sind Apple Benutzer kaufwütig, halten nicht viel von Preisvergleichen, und sind hip genug um Gürtel zu tragen, wenn sie sich ihr Hemd in die Hose stecken. Von daher weiß man nie.












