CD Pressung leicht gemacht?

Von wegen. Heute haben ich die Unterlagen für die neue CD meiner Band ans Presswerk geschickt. Und das war alles andere als einfach.

Wer sich schonmal mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kennt den bürokratischen Wust sicherlich. Der Glaube, einfach ein paar Cover zu basteln und zusammen mit einer gebrannten Version der CD ans Presswerk zu schicken, hat sich als hoffnungsloser Optimismus entpuppt.

Bevor das Presswerk überhaupt mit dir spricht, ist ein Gema-Lizenzantrag notwendig. Wieso Gema, wenn wir da überhaupt nicht Mitglied sind und auch nicht vorhaben es zu werden. Ganz einfach. Die Gema ist nicht nur Inkasso Gesellschaft, sondern führt auch ausführliche Kataloge über nicht gema-abgabepflichte Werke. Man muss also ein Formular ausfüllen und der Gema faxen, in dem Angaben zur CD gemacht werden, und zwar sehr ausführliche: Wie heissen die Songs, wie lang ist jeder Song, wer hat die einzelnen Songs komponiert, wer hat die einzelnen Liedtexte gedichtet, sind die Songs komplette Werke oder Ausschnitte aus Werken, wie lange ist die Gesamtspieldauer der CD, unter welcher Katalognummer wird die CD geführt, gibt es einen Vertrieb oder ein Label unter deren Namen die CD erscheint... Dann muss man Angaben zum Presswerk machen, damit die Gema dem Presswerk direkt die Bestätigung der Freistellung oder des Lizenzantrags faxen kann.

Also alles ausgefüllt, auf Freistellung gepocht und losgeschickt. Jetzt kommt das Presswerk. Die Spezifikationen zum Coverdesign alleine sind schon ein wenig erdrückend. Millimetergenaue Maße und detaillierte Angaben zu Farb-Modi und Auflösung der Grafik-Vorlagen für die Druckerei sind da noch der einfache Teil. Besonders wichtig sind die Copyright Hinweise, das Compact Disc Logo und die Katalognummer, die man sich ja schon auf dem Gema-Formular ausdenken musste. Das Gema-Logo muss natürlich nur auf die CD, wenn man auch Gema-Mitglied ist. Anders gesagt: Ist man nicht Gema-Mitglied, darf das Logo gar nicht auf die CD. Was aber in dem Fall dann drauf muss ist das Kürzel PM, oder der Schriftzug Pas membre (Nicht Mitglied), der klarmacht, daß die Verwendung der Musik zwar nicht Gema abgabepflichtig ist, aber trotzdem geschützt und keine Public Domain oder ähnlich.

Dann will das Presswerk noch einen ganzen Haufen weiterer Formulare haben in denen man mehrmals hoch und heilig schwören muss, daß die Musik die eigene und keine geklaute ist und das Presswerk auf gar keinen Fall Schuld ist, wenns dann doch zu einer Klage kommen sollte.

Bleibt nur zu hoffen, daß die Anträge noch von wirklichen Menschen bearbeitet werden und eventuelle Fehler nicht direkt in einer misslungenen Produktion enden.