Demo Aufnahme in Eigenregie - Aufnahme 2 (Bass und Gitarre)

Bass und Gitarre sind zwar weniger schwer aufzunehmen, aber auch hier sollte mit Sorgfalt gearbeitet werden.

Die Aufnahme des Bass gestaltet sich in den meisten Fällen als weniger aufwendig. Viele Bassverstärker verfügen über Ausgangskanäle mit denen der Bass direkt und ohne Mikrofone abgenommen werden kann. Aber auch das ist kein allgemeingültiges Rezept. Manchmal liefert eine Abnahme per Mikrofon einen wesentlich besseren Klang als es der Line-Out des Verstärkers tut. Hier ist wieder Ausprobieren angesagt.

Bei der Gitarre sollte definitiv ein Mikrofon verwendet werden. Eine beliebte Wahl ist das Shure SM57. Aber auch hier können wieder Großmembran Mikrofone verwendet werden. Die Wahl des Verstärkers ist nicht so wichtig, wie bei einer Live Performance. Große Röhrenverstärker erreichen ihren vollen Sound oft nur bei hoher Lautstärke und sind deshalb nicht für jede Aufnahmeumgebung geeignet. Dafür liefern sie einen Druck, der von kleineren Combo-Verstärkern nur selten erreicht wird. Das Mikrofon sollte auf jeden Fall direkt vor dem Lautsprecher platziert werden um soviel Druck wie möglich einzufangen. Je mehr ihr das Mikrofon in Richtung Mitte der Membran platziert, desto heller und brillanter wird der Klang. Je mehr das Mikrofon in Richtung Außenseite der Membran verschoben wird, desto weicher und wärmer wird der Klang. Es können natürlich auch mehrere Mikrofone verwendet werden. Ein beliebter Aufbau ist ein Shure SM57 direkt vor dem Verstärker und ein Großmembran Mikrofon ein bis zwei Meter vom Verstärker entfernt, da sich manche Bassfrequenzen erst ein Stück vor dem Verstärker richtig entfalten. Findet durch Ausprobieren und Vergleichen mit anderen Aufnahmen den Klang den ihr braucht.

Für das Einspielen von Bass und Gitarre gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Aufnahme des Schlagzeugs. Timing Fehler sind einfach nicht erlaubt, egal wie lange ihr schon an der Spur arbeitet. Sitzt die Aufnahme nicht perfekt auf dem Schlagzeug, muss die Spur neugespielt werden. Nichts ist vernichtender für eine Aufnahme als Timing Fehler.

Um Gitarre und Bass präsenter und druckvoller zu machen, gibt es eine weitere Technik die sich Doppeln nennt.

Doppeln bedeutet, dass man sich die Eigenschaft der Stereospur zu Nutze macht. Der Musiker spielt seine Spur zweimal ein. Einmal wird auf dem linken Stereokanal aufgenommen, und einmal auf dem rechten. Lässt man die Spuren nachher gleichzeitig abspielen erhält man einen extrem breiten und präsenten Klang. Das ganze kann nach Belieben noch durch eine dritte Monospur erweitert werden. Es ist aber wichtig, dass die Spur mehrmals eingespielt und nicht einfach nur eine Spur mehrmals dupliziert wird. Zwar ist es extrem wichtig, dass die beiden Stereospuren im Timing genau gleich sind, aber gerade die kleinen Unterschiede im Klang und im Anschlag führen zu der Präsenz, für die das Doppeln bekannt ist. Diese Technik ist so beliebt, dass man, hat man den Effekt erstmal selbst genutzt, ihn immer wieder in allen möglichen Aufnahmen wiedererkennen wird.

Die Nachbearbeitung ist hier natürlich auch Geschmackssache. Mit einem Equalizer können sehr schöne kraftvolle Tiefen und klare Höhen erzeugt werden und mit einem Kompressor wird der Sound präsenter. Die Funktionsweise dieser Geräte werde ich später in Bezug auf das Mastern noch näher erklären.