Demo Aufnahme in Eigenregie - Equipment 1

Die Hardware

Die digitale Aufnahmetechnik eröffnet gerade Amateurbands Möglichkeiten, Effekte und Bearbeitungsschritte am eigenen Computer durchzuführen, die sonst nur in gut ausgestatteten Studios realisierbar waren.

Der Rechner ist deshalb der erste Schritt. Ich werde hier ausschließlich auf PCs eingehen, aber es gibt natürlich auch für Macs hervorragende Hard- und Software-Lösungen und das Prinzip ist das gleiche. Wählt ein relativ leistungsstarkes Gerät, wobei es hier hauptsächlich auf RAM und Prozessorleistung ankommt. Wenn ihr später mit über 20 Spuren arbeitet, und auf jeder Spur mehrere Effekte und Einstellungen live anwendet, wird klar, warum an der Leistung nicht gespart werden sollte. Auch sollte die Festplatte um die 10GB freien Speicher haben. Die Audiodaten für einen Song können diese Größe durchaus erreichen. Der PC ist eure Basisstation auf der die komplette Bearbeitung stattfindet.

Die Soundkarte ist der nächste Punkt an dem sorgfältig ausgesucht werden sollte. So gut wie jeder PC hat eine Soundkarte integriert, meistens als sogenannten on board Chip. Diese Chips sind dazu gedacht, Audioformen zu digitalisieren, als Audiodaten wiederzugeben und Sprache über Headsets oder PC integrierte Mikrofone aufzunehmen. Natürlich lässt sich auch damit eine Aufnahme realisieren, aber der Klang wird mit ziemlicher Sicherheit zu wünschen übrig lassen. Am besten geeignet für eine Aufnahme sind externe Soundkarten mit mehreren Ein- und Ausgängen.  Diese Karten verfügen nicht nur über einen Eingang wie es bei PC-Soundkarten üblich ist, sondern direkt über mehrere, die alle separat getrennt voneinander aber absolut synchron aufgenommen werden können. Gerade bei der Schlagzeug Aufnahme wird sich das später als sehr großer Vorteil herausstellen. Soundkarten dieser Art findet man in jedem Handel für Musikequipment, zum Teil als handliche Boxen mit Firewire Verbindung für Laptops und zum Teil auch als 19“ Karten, die in Racks eingebaut werden können und über PCI Karten mit dem Computer verbunden werden. Ein Beispiel für eine solche Soundkarte ist die Terratec Phase 88. Informiert euch bei eurem Musikhändler oder im Internet darüber, welche Karte euer Budget zulässt.

Die Mikrofone sind mit Abstand der wichtigste Teil des ganzen Equipments. Hier bestehen riesige Unterschiede zwischen Billig-Mikrofonen und professionellen Studio Mics. Auch sind die Klangunterschiede zwischen den einzelnen Herstellern sehr groß. Zum Beispiel haben Mikrofone von AKG ein vollkommen anderes Klangbild als Mikrofone von Shure, obwohl beide Hersteller eine hohe Qualität produzieren. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten der digitalen Aufwertung von Aufnahmen, wie z.B. dem Triggern der Bass Drum (worauf ich später näher eingehen werde), aber bei der Aufnahme ist es genau wie bei der Fotografie oder dem Videodreh: wenn das Quellmaterial nicht stimmt, sind auch die Möglichkeiten der Nachbearbeitung nur begrenzt. Gerade bei der Schlagzeug Aufnahme ist es wichtig, gute Mikrofone zu benutzen. Informiert euch im Internet darüber, welche Mikrofone für eure Musik sinnvoll sind. Ein oft gebrauchtes Modell für die Bass Drum ist zum Beispiel das AKG D112. Für die Snare Drum wird oft ein Shure SM57 gebraucht. Auch für Gitarrenverstärker ist das Shure SM57 eine oft getroffene Wahl und liefert beste Klangergebnisse. Für den Bass wird oft kein Mikrofon gebraucht, da sich dieser auch sehr gut über einen Line-Out Kanal abnehmen lässt, mit dem die meisten Bassverstärker ausgestattet sind. Für den Gesang und Blechinstrumente empfehlen sich Großmembran Mikrofone. Auch hier gibt es wieder Unterschiede wie Tag und Nacht, sowohl im Preis als auch im Klang. Großmembran Mikrofone reichen preislich von unter 100 Euro bis hin zu mehreren tausend Euro. Aber auch diese Mikrofone werden in vielen Geschäften verliehen und sind auf diese Weise günstig zu bekommen. Da die Mikrofone sehr empfindlich sind und schnell durch falsche Handhabung Schaden nehmen können, ist ein Gebrauchtkauf ohne vorherigen Test hier nicht ratsam. Zu Großmembran Mikrofonen gehört außerdem ein sogenannter „Poppschutz“ und eine „Spinne“.

Der Poppschutz ist eine Art Netz, das man zwischen dem Mund des Sängers und dem Mikrofon platziert. So können stimmlose Explosivlaute wie z.B. die Konsonanten P, T, K abgeschwächt werden.

Die Spinne ist eine Art Halterung in der das Mikrofon elastisch eingehängt wird. Auf diese Weise verhindert man,  dass ungewünschte Schwingungen über den Boden an das Mikrofon gelangen und die Stimmaufnahme verfälschen. Gerade in Proberäumen, in denen andere Bands spielen, oder die an einer vielbefahrenen Straße liegen, werden oft Bassschwingungen über die Wände und den Boden übertragen, die sich nachher erst auf der Aufnahme bemerkbar machen.

Poppschutz und Spinne sind beides wertvolle Utensilien, auf die man beim Ausleihen oder Kaufen eines Großmembran Mikrofones achten sollte. Einige Beispiele für solche Mikrofone sind das AKG Perception 200, das Rode NT1-A, oder im teureren Bereich das AKG C414 und das Neumann U87.

Im nächsten Teil werde ich noch weiter auf die benötigte Hardware eingehen.