Demo Aufnahme in Eigenregie - Equipment 2 (Vorverstärker)

Die Vorverstärker sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Equipments. Ohne zu tief in die Theorie zu gehen kann man sagen, dass jedes Mikrofon und so gut wie jedes Instrument vorverstärkt werden muss, damit das Signal „laut“ genug ist, um in guter Qualität aufgenommen werden zu können.

In den Datenblättern der  Mikrofone finden sich meist Angaben wie „Empfindlichkeit (bei 1 kHz): -54,5 dBV/Pa (1,88 mV)“ (aus dem Shure SM58 Datenblatt). Wichtig ist hier die letzte Angabe „1,88mV“, also umgerechnet 0,00188 Volt. Das bedeutet, dass ein in das Mikrofon gesungene Signal bei 0,00188 Volt übertragen wird. Dieses Signal muss jetzt vorverstärkt werden, um die Eingangsempfindlichkeit der Endstufe zu treffen. Diese können sich von unter 1 Volt bis über 2 Volt erstrecken. Diese Information findet sich ebenfalls in den Datenblättern der entsprechenden Geräte.

Klingt kompliziert, ist aber ganz logisch: Angenommen wir haben eine Endstufe mit einer Eingangsempfindlichkeit von 1,88 Volt. Das bedeutet das Signal, das aus dem Shure SM58 kommt, muss um das tausendfache verstärkt werden, um unsere Endstufe voll auszusteuern. Für diesen Vorgang sind die Vorverstärker da. Die Verstärkung wird gewöhnlich in dB angegeben. Eine genaue Übersicht, wie viele dB welchem Verstärkungsfaktor entsprechen, findet sich auf zahlreichen Umrechnungstabellen im Internet. Einige Beispiele sind 20dB (10fache Verstärkung), 40dB (100fach), 60dB (1000fach). In unserem Beispiel würden wir also einen 60dB Vorverstärker benötigen.

Für gewöhnlich sind Mikrofoneingänge in Mischpulten mit einem 60dB Vorverstärker ausgestattet, während die Line-Eingänge eines Mischpultes oft nur eine 20dB Vorverstärkung haben. Natürlich gibt es bei Vorverstärkern auch wieder Klangunterschiede. Je empfindlicher das Mikrofon, desto wichtiger ist ein guter Vorverstärker. Die Preise spannen sich von etwa 20-30 Euro für einen Selbstbausatz beim Elektronikhändler bis hin zu mehreren 1000 Euro für High End Geräte. Das Grundprinzip ist aber überall gleich.

Die Phantomspeisung ist eine weitere elektrotechnische Funktion, die vor allem für Kondensator Mikrofone benötigt wird. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um eine Gleichspannung von 48 Volt, die benötigt wird um den Impedanzwandler (Anpassung des Wechselstromwiderstandes) im Mikrofon zu betreiben. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen und jeden vollends zu verwirren kann gesagt werden, dass Bühnenmikrofone ohne diese Phantomspeisung auskommen, aber Kondensator/Großmembran Mikrofone nur mit Phantomspeisung einen vernünftigen Klang von sich geben. Auch die Phantomspeisung findet sich oft bereits integriert in Mischpulten, Vorverstärkern und höherwertigen Soundkarten. Man sollte aber die Phantomspeisung an einem Mischpult nur anschalten, wenn auch ein entsprechendes Mikrofon angeschlossen ist. Andere Mikrofone, die keine Phantomspeisung benötigen, könnten auf Dauer Schaden von diesen 48V davontragen.

Zu guter letzt noch ein Wort zu den Kopfhörern, die ein weiteres wichtiges Utensil sind. Die Person, die gerade einspielt sollte möglichst geschlossene Kopfhörer tragen, damit kein Sound über die Kopfhörer nach außen dringt und von den Mikrofonen erfasst wird. Für das Mastern empfiehlt sich ein möglichst linearer Kopfhörer, der das Eingangssignal so wenig wie möglich verfälscht. Dazu mehr später. Außerdem macht es Sinn einen Kopfhörer Vorverstärker zu benutzen, damit die Musiker ein klares und lautes Signal auf den Ohren haben, wenn sie ihre Spuren einspielen. Solche Vorverstärker müssen nicht teuer oder besonders hochwertig sein und sind schon ab 20 Euro erhältlich.