Demo Aufnahme in Eigenregie - Mischen (Dezibel)

Ständig hört man den Begriff Dezibel in Verbindung mit Lautstärken, Vorverstärkern, Schalldruck usw. Was sollte man für eine Demo Produktion alles darüber wissen?

Zuerst sollte gesagt sein, dass die Einheit nicht Dezibel (dB), sondern Bel (B) heisst. Das Bel ist eine Hilfsmaßeinheit, die Pegel und Maße kennzeichnet. Der Vorsatz dezi bezeichnet lediglich den Faktor 0,1. 1 dB ist demnach gleich 1/10 B.

Ein Beispiel für einen Pegel der mit dB-Werten angegeben wird ist der sogenannte Schalldruckpegel, der die Stärke des Schalls bezeichnet. Schalldruck wird mit Mikrofonen gemessen und kann so verglichen werden. Der praktisch messbare Bereich liegt zwischen 0 dB und ca. 160 dB. Aus diesem Grund finden sich in den Datenblättern vieler Mikrofone auch Angaben zum maximalen Schalldruck. Ein maximaler Schalldruckpegel von beispielsweise 137 dB bedeutet demnach, dass das Mikrofon nur Schall mit einer Stärke von maximal 137 dB störungsfrei wiedergeben kann. Alles darüber resultiert in einer Übersteuerung, die zu verzerrten Aufnahmen führt.

Auch wenn die Messung sich in gewisser Weise am Menschen orientiert (die Hörschwelle des Menschen liegt bei 0dB mit 2kHz), lassen sich auf das Gehör durch diese Werte nur schwer Rückschlüsse ziehen. Es ist nicht präzise zu sagen, dass ein Wert von 120 dB so und so viel lauter ist als ein Wert von 100 dB. Als Anhaltspunkt gilt aber die Faustregel, dass ein Unterschied von 10 dB in etwa doppelte bzw. halbe Lautstärke für das menschliche Gehört bedeutet. Besser lässt sich so etwas allerdings anhand von verschiedenen Schallsituationen bestimmen:

 

 Situation bzw. Schallquelle Entfernung von Schallquelle
bzw. Messort
Schalldruckpegel Lp
in dB re 20 µPa
Düsenflugzeug  30 Meter 150 dB
Gewehrschuss 1 m 140 dB
Schmerzschwelle am Ohr 134 dB
Gehörschäden bei kurzfristiger Einwirkung am Ohr 120 dB
Kampfflugzeug 100 Meter 110 - 140 dB
Presslufthammer / Diskothek 1 m / am Ohr 100 dB
Gehörschäden bei langfristiger Einwirkung am Ohr 90 dB
Hauptverkehrsstraße 10 Meter 80 - 90 dB
Pkw 10 Meter 60 - 80 dB
Fernseher auf Zimmerlautstärke 1 m ca. 60 dB
Sprechender Mensch (normale Unterhaltung) 1 m 40 - 60 dB
Sehr ruhiges Zimmer am Ohr 20 - 30 dB
Blätterrauschen, ruhiges Atmen am Ohr 10 dB
Hörschwelle bei 2 kHz am Ohr 0 dB

(Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Schalldruckpegel, 21. 12. 2007)

Womit der Schalldruckpegel allerdings auf keinen Fall verwechselt werden darf ist die sogenannte Aussteuerung.

Die Aussteuerung bezeichnet die Einstellung des Signalpegels in einem bestimmten Dynamikumfang. Vereinfacht gesagt ist der Dynamikumfang der Bereich in dem ein Tonsignal übersteuerungsfrei wiedergegeben werden kann. Der Aussteuerungspegel wird ebenfalls in dB angegeben, was oft für Verwirrung sorgt. Der Wert 0 dB hat hier rein gar nichts mit der Hörschwelle zu tun, sondern bezeichnet eine 100%ige Aussteuerung. Gerade bei digitalen Geräten entsteht bei einer Aussteuerung von mehr als 100% bzw. mehr als 0 dB sofort eine Übersteuerung, weshalb das auf jeden Fall vermieden werden sollte.

Was bedeutet das jetzt für die Demo Aufnahme? Ganz einfach. Während der Aufnahme müsst ihr euch um den Schalldruckpegel kümmern. Seht zu, dass der Schalldruck eurer Instrumente die Mikrofone nicht übersteuert (also nicht den maximalen Schalldruckpegels des Mikrofons übersteigt). Bei guten Mikrofonen liegt dieser Maximalpegel meist sehr hoch, aber bei günstigeren Modellen kann es schnell passieren, dass ein zu lauter Verstärker das Mikrofon übersteuert. Das Resultat wird eine matschige verzerrte Aufnahme sein, obwohl euer Mischpult oder eure Soundkarte keine Übersteuerung angezeigt hat.

Beim Mischen allerdings beschäftigt ihr euch mit der Aussteuerung. Beim Summenmix ist es ratsam  die Aussteuerung noch ein ganzes Stück unter 0 dB zu halten. Beim Mastern könnt ihr das Signal dann deutlich anheben und mit einem Limiter auf die 100%ige Aussteuerung von 0 dB begrenzen. Das ist natürlich auch nur ein Geschmackswert. Manche Produzenten gehen guten Gewissens über 0 dB hinaus, manche lassen ihre Produktion sogar noch leicht unter 0 dB. Es kommt ohnehin nicht so sehr auf die Lautstärke eines Stücks an. Dafür hat jede Stereoanlage einen Volume-Knopf. Was viel entscheidender ist, ist die Präsenz und Nähe, und das erreicht man mit geschicktem Einsatz von Kompressoren.