Demo Aufnahme in Eigenregie - Studios

Das Problem mit den Studios

Endlich ist die Band soweit: Songs wurden geschrieben, ein Set wurde auf die Beine gestellt und die ersten Auftritte erfolgreich bewältigt. Um den nächsten Schritt in Angriff nehmen zu können wird es jetzt Zeit, eine Demo CD zu produzieren. Viele Veranstalter weisen Anfragen und Bewerbungen ohne CD kategorisch ab und selbst bei einigen Bandwettbewerben ist eine Demo CD zwingende Voraussetzung für die Teilnahme. Manchmal wird auch darauf hingewiesen, dass die Demo lediglich zur Demonstration gedacht ist, und es auf die Qualität nicht ankommt, aber das ist natürlich gelogen. Eine Demo, die im Studio aufgenommen wurde, vermittelt einen wesentlich professionelleren Eindruck, als ein im Proberaum zusammengeschustertes Tape. Ein breites Klangbild, angenehme Lautheit und klare, definierte Instrumente setzen eine Aufnahme von der Masse ab und verschaffen einen deutlichen Vorteil gegenüber vielen anderen Bands. Also auf ins Studio?

Eine Studioaufnahme bringt leider einige Probleme mit sich. Studiozeiten sind sehr kostbar und überschreiten so gut wie immer das Budget einer jungen Band um Längen. Die günstigsten Angebote, die ich damals ausfindig machen konnte, streckten sich von 600 Euro für zwei Tage bis 1200 Euro für ein komplettes Album, das in den Zeiten produziert werden musste, in denen das Studio nicht von zahlungskräftigeren Kunden gemietet wurde. Es ist nicht verwunderlich, dass immer nach den günstigsten Angeboten gefahndet wird, aber diese Angebote bringen Zeitdruck mit sich, der für (studio-)unerfahrene Bands tödlich sein kann… der Drummer trifft nicht den Click, der Bassist hat einen schlechten Tag und schon ist ein ganzer teurer Studiotag vorbei, ohne dass der Sänger überhaupt einen Ton von sich geben konnte. Das bringt Stress und Streitigkeiten mit sich und hat auch nicht selten schon zu Bandauflösungen geführt. Auch das obligatorische Üben vor dem Studiobesuch garantiert nicht, dass die Aufnahme in kürzester Zeit gelingt. Anderes Equipment, eine andere Umgebung, andere Ansprüche durch den Tontechniker u.v.m. führen unweigerlich zu nicht eingeplanten Verzögerungen.

Ein weiteres Problem ist der Tontechniker selber. Ein noch so guter Meister seines Faches kennt nicht den Sound der Band und weiß nicht, worauf es der Band ankommt. Wenn die Musiker also nicht in der Lage sind, den gewünschten Sound irgendwie zu demonstrieren, wird der Tontechniker nicht in der Lage sein, diesen Sound zu finden. Außerdem machen viele Bands den Fehler und mieten sich (meistens aus Kostengründen) in Studios ein, die sich beispielsweise auf Blasmusik oder Heavy Metal spezialisiert haben, obwohl die Band eigentlich Folk Rock machen möchte. Oder eine Rockband erkauft sich Studiozeit bei Tontechnikern, die auf Hörspielaufnahmen spezialisiert sind. Dass hierbei kein zufriedenstellender Sound entstehen wird, ist selbsterklärend.

Aufnahme im Proberaum

Eine Aufnahme im Proberaum löst all die Studioprobleme, aber bringt andere Probleme mit sich. Zwar hat man jetzt alle Zeit der Welt und steht unter keinem Druck, aber dafür fehlt es an Equipment, wie z.B. Soundkarten, Aufnahmegeräten, Vorverstärkern und Mikrofonen.  Zwar kann man jetzt die Aufnahme ganz nach den eigenen Vorstellungen realisieren, aber wer nimmt jetzt auf und wer weiß an welchen Knöpfen man drehen muss, damit die Platte so klingt wie das letzte Album der Lieblingsband?

In den kommenden Blog-Einträgen möchte ich einen kleinen Überblick über die Schritte schaffen, die eine Aufnahme im eigenen Proberaum möglich machen und Resultate liefern, die durchaus in Konkurrenz mit Studioaufnahmen treten können.