Hochauflösendes Formatchaos

HD

HD kann für eine Menge von Dingen stehen, z.B. High Density oder Hard Disk. Oder High Definition. Sinn macht HD im Sinne von High Definition aber nur, wenn es als Teil einer größeren Bezeichnung gesehen wird.

HDTV

Zum Beispiel bei HDTV (High Definition Television). HDTV bezeichnet hochauflösendes Fernsehen und die Standards und Normen, die damit einhergehen. Das darf nicht mit 16:9 Fernsehn oder digitalem DVB-T verwechselt werden. HDTV bedeutet lediglich Fernsehn mit einer größeren Anzahl an horizontalen und vertikalen Bildzeilen und -spalten.

Bildzeilen (Progressiv vs. Interlace)

Es gibt zwei verschiedene Arten, digitale Videobilder darzustellen: progressiv oder interlaced (abgekürzt durch p und i).
Beim Interlace wird das Bild in Zeilen unterteilt, von denen jede 1 Pixel hoch ist. Jetzt werden zuerst alle ungeraden Zeilen beleuchtet (also 1, 3, 5 usw) und danach alle geraden (also 2, 4, 6 usw). So entsteht ein komplettes Bild. Dann geht es wieder von vorne los und die alten Zeilen werden "überschrieben".
Das hat den Vorteil, daß ein Bild aus vielen kleinen Teilen besteht, die jeweils nur sehr kurz belichtet werden und dadurch extrem scharf bleiben. Der Nachteil liegt in schnellen Bewegungen. Es kann passieren, daß der Bildaufbau gerade noch in den oberen Zeilen stattfindet, aber eine Bewegung auch den unteren Teil des Bildes betrifft. So entstehen kleine Verzerrungen, die man auch mit dem bloßen Auge gut sehen kann. Diese Probleme lassen sich aber in der Postproduktion eines Videos beheben. Die meisten Consumer-Camcorder zeichnen im Interlace-Verfahren auf, weshalb vielen Hobbyfilmern dieses Problem bekannt sein sollte.
Beim progressiven Bildaufbau wird das komplette Bild gleichzeitig beleuchtet. Dies hat den Vorteil, daß auch schnelle Bewegungen verzerrungsfrei dargestellt werden können. Der Nachteil ist, daß diese aufgrund der relativ langen Belichtungszeit unscharf werden können. Die meisten Highend Kameras arbeiten mit diesem progressiven Verfahren.

1080/25p und 1080/50i

Eine Angabe 1080/25p in Bezug auf eine Kamera bedeutet, dass die Kamera 25 Vollbilder (also im Progressiv-Verfahren) pro Sekunde mit 1080 Zeilen aufzeichnet.
Die Angabe 1080/50i bedeutet, dass die Kamera 50 Halbbilder (also im Interlace Verfahren) pro Sekunde mit 1080 Zeilen aufzeichnet.
Kinoproduktion arbeitet für gewöhnlich mit 1080/24p. Also im Progressiv-Verfahren mit 24 Bildern pro Sekunde. Dies ist der Hauptunterschied, warum Camcorder-Aufnahmen nie wie Feature Filme aussehen :)

FPS

FPS steht für Frames pro Sekunde. Ein Video ist im Grunde nichts anderes, als aneinandergereihte Einzelbilder. Die Angabe FPS bezeichnet wie viele Bilder pro Sekunde angezeigt werden. Im europäischen Raum sind das für gewöhnlich 25 (im PAL-Standard festgelegt). Im amerikanischen Raum wird mit 29,97 fps gearbeitet (im NTSC-Standard festgelegt).

MiniDV

MiniDV ist die Bezeichnung für ein Aufnahmemedium in Form einer kleinen Kassette die in Amateur- und semiprofessionellen Camcordern verwendet wird um digitale Videodaten zu speichern. Dank der HDV Technologie ist es seit einigen Jahren auch möglich hochauflösende Videodaten auf diesen Bändern zu speichern.
Weitere Medien sind DVCAM und DVCPRO, die aber eher in professionellen Geräten Anwendung finden.

HDV

HDV ist ein Standard, der es ermöglicht hochauflösende Videodaten auf herkömmlichen Videomaterial (z.B. MiniDV Kassetten) zu speichern. Dafür stehen zwei Formate zur Verfügung: HDV 720p oder HDV 1080i.
720p bedeutet 1280 x 720 Pixel mit den Frameraten 25p, 30p, 50p oder 60p.
1080i bedeutet 1440 x 1080 Pixel mit den Frameraten 50i und 60i.
Beide Formate werden in 16:9 ausgegeben. Deshalb werden bei 1280x720 ganz normale quadratischen Pixel benutzt, bei 1080i dagegen werden die Pixel im Verhältnis 3:4 gestreckt um die gewünschte Ausgabe in 16:9 zu erreichen.
Außerdem legt der Standard eine Aufzeichnung in MPEG-2 fest.

Full HD

Diese Bezeichnung nutzt man für ein physikalische Auflösung von 1920x1080 quadratischen Pixeln. Ein Camcorder der mit HDV Technologie arbeitet ist also in keinem Fall Full HD fähig.

AVCHD

Der Advanced Video Codec High Definition ist ein weiterer Video-Standard entwickelt von Panasonic und Sony der, im Gegensatz zu HDV, die Aufzeichnung von hochauflösenden Videodaten auf DVD, SD-Karte, Memory Stick oder Festplatte bezeichnet. Als Kompressionsmethode wird hier der MPEG-4 Codec AVC/H264 gebraucht. AVCHD ist ein Schritt in Richtung Full HD Camcorder, da er mit neuartigen Speichermedien arbeitet und die Videodaten schon beim Aufzeichnen digitalisiert werden. Dadurch entfällt außerdem der Vorgang des Capturing, bei dem die Videodaten von Band auf einen Schnittplatz übertragen werden.
Leider zeichnen die meisten der AVCHD-Camcorder in niedrigeren Bitraten auf und sind deshalb in Sachen Bildqualität noch nicht ganz auf einer Höhe mit den HDV-Camcordern.