Windows Server 2008 R2 Grundeinstellung Basic Setup

Ziel dieses Artikels und einiger Folgeartikel ist eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung einer grundlegenden Windows Server Umgebung innerhalb eines virtuellen Netzwerks. Benötigt dafür werden Windows Server 2008 R2 Instanzen, Windows 7 Instanzen eine VMWare Workstation und ein PC mit einem zügigen Prozessor und einer Menge RAM.

Zuerst solltest du die VMWare Workstation installieren. Die gibt es als 30 Tage Testversion auf vmware.com. Wer später nur noch mit einer virtuellen Maschine arbeiten möchte, kann auch den kostenfreien VMWare Player nutzen. Hier geht es aber u.a. auch um das Zusammenspiel mehrerer Server Installationen, daher ist ein virtuelles Netzwerk nötig. VMWare Workstation ist hier definitiv das Tool der Wahl. Windows Server 2008 R2 gibt es von Microsoft als großzügige 180 Tage Testversion. Wenn du Student bist, ist es empfehlenswert sich bei der Uni oder FH zu informieren, ob es einen MSDNAA Account gibt. Dort bekommst du Studentenlizenzen für Microsoft Produkte, u.a. auch Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2.

DHCP und NAT der VMWare deaktivieren

Wir möchten hier ein eigenes Netzwerk installieren. VMWare Workstation ist da sehr unterstützend tätig und hat automatisch einen NAT und einen DHCP Server aktiviert, der allen VMs dynamische IPs zuweist, sie über einen virtuellen Adapter verbindet und per Bridge auch einen Gateway bereitstellt, der die Internetverbindung des PCs auf dem Workstation installiert ist, für die VMs verfügbar macht. So schön das auch alles ist, so sehr wird uns das später stören. Denn wir wollen nicht nur vernetzte Server bereitstellen, sondern u.a. einen Domain Controller erstellen, einen eigenen DHCP Server einrichten, usw. Sind mehrere DHCP Server in der gleichen IP-Range vorhanden, dann heisst es für die Clients "wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Es liegt dann außerhalb unserer Kontrolle ob ein Client sich seine IP von dem einen oder dem anderen DHCP Server holt. Um diese Features in VMWare Workstation zu deaktivieren, geh in der Konsole auf Edit -> Virtual Network Editor und deaktivier dann in allen vmnets NAT und DHCP.

VM installieren und anmelden

Installiere deinen Server als VM. Ist das erledigt, melde dich als Administrator an (hier musst du beim ersten Start ein Passwort vergeben). Nachdem alles eingerichtet ist (die VMWare installiert evtl noch ein paar Tools und startet die VM dabei neu) und du angemeldest bist, erscheint ein Erste-Schritte-Dialog. Auch wenn du vielleicht das innere Bedürfnis verspürst, diesen sofort wegzuklicken, solltest du doch mal kurz drauf schauen. Der ist nämlich eigentlich ganz nützlich.

Schritt 1: Windows aktivieren

Besitzt du nur eine Testversion kannst du dir das sparen. Hast du eine vollwertige oder eine MSDNAA Lizenz, dann kannst du Windows jetzt aktivieren und bist nicht auf die 180 Tage beschränkt. Denk dran, dass du jede Seriennummer nur einmal aktivieren kannst, außer du hast einen speziellen Lizenzvertrag. Löschst du die VM später oder installierst sie neu, wird die Aktivierung nicht mehr funktionieren. Dann musst du bei Microsoft anrufen. Problem ist nur, dass man unter Windows Server 2008 nicht mehr automatisch dem Dialog zur telefonischen Produktaktivierung konfrontiert wird, sondern nur einen Fehlercode angezeigt bekommt. Um jetzt die Fenster mit den schönen Zifferngruppen angezeigt zu bekommen muss man in der Eingabeaufforderung "slui.exe 4" eingeben. Das ruft den Telefonischen Aktivierungsdialog auf, der einem die Hotlinenummer präsentiert und den man während des darauffolgenden Telefonats mit Microsoft benötigt.

Schritt 2: Zeitzone festlegen

Im Regelfall wird das schon alles korrekt sein. Die VMWare Workstation kennt ja die Zeitzone des Betriebssystems auf dem sie installiert ist, und übernimmt das. Ansonsten kannst du die Einstellung hier entsprechend anpassen.

Schritt 3: Netzwerk konfigurieren

Hier ist schon ein wenig mehr zu tun. Gib deinem Server eine feste IP-Adresse. Server sollten ihre IP niemals ändern, die VMWare wird dies aber evtl tun, wenn du die VM mal abschaltest, neustartest, etc. Rufe einfach über Start -> Ausführen -> cmd die Eingabeaufforderung auf und gib "ipconfig" ein. Dort bekommst du die aktuelle Netzwerkkonfiguration angezeit. Die Werte übernehmen wir jetzt einfach statisch. Klick im Erste-Schritte-Fenster auf Netzwerk konfigurieren, dann Rechtsklick auf die LAN-Verbindung und dann Eigenschaften. Doppelklick dann auf Internetprotokoll Version 4 und stelle die Auswahl auf Folgende IP-Adresse und DNS-Serveradressen verwenden. In das Feld gibst du jetzt die Werte aus der ipconfig Eingabeaufforderung ein. Also z.B. IP-Adresse 192.168.109.23, Subnetzmaske: 255.255.255.0 und Gateway 192.168.109.2 (das sind nur Beispielwerte, nutze auf jeden Fall deine Werte aus der Eingabeaufforderung). Unter DNS wird später die eigene IP des Servers stehen, aber um jetzt und hier weitermachen zu können, gib einfach die Google DNS Server ein: 8.8.8.8 und 8.8.4.4.

Schritt 4: Computername und -domäne festlegen

Klick als nächstes auf den vierten Punkt. Hier kannst du dem Computer zuerst eine sprechende, verständliche Beschreibung geben (z.B. Domain Controller). Danach klick darunter auf Ändern und gib dem Computer einen Namen. Nutze am besten nur Großbuchstaben und Ziffern, keine Leerzeichen und keine Sonderzeichen. Z.B. SERVER01 o.ä. Außerdem belassen wir den Computer erstmal in einer Arbeitsgruppe. Der Server soll ja unser Domain Controller werden, d.h. wir haben noch gar keine Domäne der er zugehörig sein kann. WORKGROUP ist also erstmal vollkommen in Ordnung.

Die Folgefelder bzgl Updates kannst du unbeachtet lassen. Prinzipiell ist bei Servern zu empfehlen, Updates nicht einfach nur so zu installieren. Solange du dich nur unter Server-eigenen Komponenten bewegst, mag das kein Problem sein, aber wenn du erstmal Third Party Software installiert hast, die auf Server 2008 basiert und läuft, können Updates ziemlich viel Schaden anrichten. Hier gilt also die Devise: nur installieren, wenn du weißt, was du tust.

Herzlichen Glückwunsch: Das Betriebssystem ist jetzt eingerichtet und initial konfiguriert. Aber der Server kann noch nichts. Im letzten Bereich des Einführungsfensters wirst du jetzt nämlich aufgefordert, Rollen und Features hinzuzufügen. Das ist das Herzstück von Windows Server 2008. Alles was der Server kann ist entweder eine Rolle, oder ein Feature. Was genau wir brauchen um aus dieser ersten Windows Server Instanz einen Domain Controller zu machen, beschreibe ich im nächsten Artikel.

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