Tiefenunschärfe

Ein großer Unterschied zwischen Fotokameras mit hochwertigen Objektiven und den weitverbreiteten digitalen "Knipsen" ist eine vernünftige Tiefenunschärfe. Ein Element, das die Wirkung und das Aussehen einer Fotografie entscheidend verbessert. Für alle deren Budget den Kauf einer solchen Kamera nicht zulässt hier ein paar Tricks wie sich die Tiefenunschärfe am Computer nachstellen lässt.

Wir fangen an mit einer normalen Fotografie von meinem werten Kollegen Harald. Der Afro ist übrigens echt. Er redet nicht gern drüber, aber ich glaube es hat was mit nem Unfall zwischen ihm und einer Flasche Vodka zu tun...



Als nächstes nehmt ihr euch das Zeichenstift-Werkzeug und malt einen Pfad um den Teil des Bildes, der nachher fokussiert sein soll. In diesem Fall natürlich unser Afro-Man.

Wer mit dem Zeichenstift nicht sonderlich umgehen kann, der sollte das auf jeden Fall üben. Das Werkzeug ist unerlässlich für viele Arbeitsvorgänge und eine große Hilfe im Ausschneiden und Freistellen von Objekten.

Es ist nicht nötig absolut präzise zu arbeiten. Da im nächsten Schritt Weichzeichner benutzt werden, reicht eine grobe Auswahl des Bildelements.



Habt ihr das gemacht, müsst ihr aus dem Pfad eine Auswahl erstellen. Das geht indem ihr entweder mit dem Zeichenstift einen Rechtsklick auf den Pfad macht, oder die Strg-Taste gedrück haltet und im Ebenen-Fenster auf den Pfad klickt. Sobald der Auswahlrahmen erscheint, dupliziert ihr die Ebene mit dem Bild und klickt auf der neu entstandenen Ebene auf den Knopf für die Ebenenmaske (im Ebenenfenster ganz unten der dritte von links.



Wenn ihr jetzt den Pfad und die unterste Ebene unsichtbar macht (aufs Auge links von den Ebene klicken), solltet ihr nur noch euer freigestelltes Objekt sehen. Schaltet die unterste Ebene wieder auf sichtbar und wählt diese aus. Dann nehmt ihr den Gaußschen Weichzeichner aus der Filter-Liste und bestimmt einen Grad der Unschärfe für den Hintergrund, wie er euch gefällt.



Wie ihr seht, wird nur der Hintergrund unscharf und nicht das freigestellte Element. Wenn ihr jedoch näher hinseht, werdet ihr merken, daß der Übergang zwischen Harald und seinem Hintergrund doch noch etwas scharf und unsauber ist.



Um das zu ändern, müsst ihr auf die Maske der dublizierten Ebene klicken. Stellt sicher, daß ihr die Maske ausgewählt habt und nicht die Ebene selber. Habt ihr das geprüft, wählt wieder den Gaußschen Weichzeichner und wendet diesen diesmal auf die Maske an. Sofort werden die Übergänge weich und verschwimmen mit dem Hintergrund.



Das fertige Ergebnis ist ein Foto mit Tiefenunschärfe. Sicherlich lässt sich das Bild jetzt noch mit Tonwertkorrekturen für den Hintergrund und das fokussierte Element aufwerten und noch realistischer gestalten, aber für 2 Minuten Arbeit lässt sich so ein beachtliches Ergebnis erzielen.

Viel Spaß beim Ausprobieren.