Urlaub in Island Teil 5

Godafoss, Myvatn und Höfn

5. Oktober 2008

Wir stehen um halb Acht auf und starten mit einer Timelapse-Videoaufnahme des Sonnenaufgangs am Eyjafjördur. Geplante Ziele sind Godafoss, Myvatn und Dettifoss, dann entlang der Ringstraße durch die kleinen Dörfer nach Höfn. Die Ringstraße ist eine weitestgehend durchgängig asphaltierte Straße die komplett um die isländische Insel führt und damit alle Küstenorte miteinander verbindet. Das Wetter ist erst zugezogen, reisst dann aber wieder auf. Wir erreichen den Godafoss in schönem Morgenlicht. Der Wasserfall der Götter ist verglichen mit dem Gulfoss ziemlich klein, hat aber eine tolle Symmetrie und Beschaffenheit. Als die Sonne anfängt den Wasserdampf zu beleuchten bekommt die ganze Umgebung eine magische Aura.

Das Myvatn-Gebiet erreichen wir nur wenig später. Erneut, genau wie beim Thingvellir, begrüßt uns ein großer, ruhiger See mit einer schönen Bergkulisse. Im Hintergrund sehen wir einen riesigen Vulkankrater. Der Höhepunkt sind allerdings die Solfatare von Hverarönd. Die kräftigen Dampfsäulen die aus zahlreichen Erdhügeln hervorsprühen produzieren einen solchen Schwefelgestank, dass einem ganz anders wird. Unser Reiseführer-Buch warnt davor, Kameraobjektive zu lange unbedeckt zu lassen, da die schwefelhaltige Luft das Glas angreift. Die Erdkrusten um die Solfatare sind so dünn, dass man sich an den Pfaden orientieren muss, um nicht einzubrechen und in kochend heißem Lavaschlamm das Zeitliche zu segnen.

 

Solfatar

 

Die beiden Wege nach Dettifoss sind unpassierbar! Der eine Weg ist so zugeschneit, dass keine Spur mehr erkennbar ist, und aus Sorge um unseren Mietwagen oder eine Panne in der totalen Wildnis, machen wir einen Rückzieher. Der andere Weg ist mit einer Straßensperre blockiert. Europas größter Wasserfall bleibt uns verborgen. Wir fragen uns, was mit den Leuten ist, die in der Gegend wohnen. Wenn man keinen der hier weit verbreiteten Super-Jeeps mit Lastwagenreifen hat, ist man es als isländischer Dorfbewohner wahrscheinlich gewöhnt, im Winter regelmäßig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.

 

Mördrudalur

 

Auf dem Weg Richtung Ostküste schlagen wir eine Hochlandpiste über Mördrudalur ein, eine nicht erwähnenswerte winzige Farm mit einer noch winzigeren Kapelle, die von unserem Reiseführer-Buch zwar empfohlen wird, aber eigentlich weniger spannend als ein paar Islandponies auf einer danebengelegenen Wiese ist. Danach beginnt eine endlose und immer noch kaffeelose Fahrt bis wir in Eglisstadir ein Subway entdecken und eine Pause einlegen. Danach entscheiden wir uns erneut, die langweilige Ringstraße zu Gunsten einer Hochlandpiste zu verlassen und unseren Weg nach Höfn damit um 100km abzukürzen. Für diese Entscheidung werden wir sogar noch mit einem spektakulären Ausblick belohnt.

Wir erreichen Höfn um kurz nach Acht. Da die Jugendherberge schon wieder voll ist, vermietet die Besitzerin uns ein Zimmer in einem Gästehaus, das nur unwesentlich teurer als das Herbergszimmer ist. Erst auf Nachfrage und mehrmaligen Warnungen, alles "very very clean" zu halten, zeigt sie uns die Küche. Mit uns übernachten dort ein holländisches Pärchen und zwei Britinnen, die wir alle am nächsten Tag auf unserem Weg entlang der Ringstraße wiedertreffen.